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Wir über uns

Der Verein

Die „Frënn vum Camino de Santiago de Compostela asbl“ wurde am 22. März 2004 gegründet. Damals waren bereits mehrere Luxemburger von ihrem Heimatdorf aus nach Santiago gepilgert und haben sich zusammengefunden, um einen Luxemburger Verein der Jakobusfreunde ins Leben zu rufen. Ein Aufruf in der Presse brachte auf einen Schlag rund 70 Leute zusammen, die sich auf verschiedene Weise dem Jakobusweg verbunden fühlten.

Sinn und Zweck des Vereins

Laut Statuten hat der Verein mehrere Funktionen: Es soll ein Freundeskreis sein von Menschen, die sich dem Jakobusweg verbunden fühlen. Der Verein organisiert Aktivitäten, die in Zusammenhang mit dem Jakobusweg stehen. Betreut werden die Jakobspilger soweit dies dem Verein möglich ist. Informiert wird derjenige, der auf seinem Pilgergang Luxemburg durchquert oder seinen Pilgergang erst in Angriff nehmen wird. Ziel des Vereins ist es aber auch, die Forschung über den Jakobuskult in Luxemburg und in der Grossregion voranzutreiben. Ferner arbeitet der Verein mit den Jakobusvereinen der Nachbarländer zusammen.

Aktivitäten

Seit ihrer Gründung haben die „Frënn vum Camino de Santiago de Compostela“ eine Reihe von Aktivitäten organisiert, die mittlerweile ihren festen Platz in dem Jahresprogramm haben. So wird jedes Jahr der Tag des Heiligen Jakobus gefeiert, verbunden mit einer Tageswanderung, einem Gottesdienst und einem gemeinsamen Mittagessen. Es gibt noch weitere kirchliche Aktivitäten im Programm. So hat der Verein seine feste Pilgermesse anlässlich der Muttergottesoktave in Luxemburg und nimmt an der Springprozession in Echternach teil. Weiter werden während einer Porte ouverte diejenigen informiert, die sich im Jahr auf den Weg nach Santiago machen wollen. Zusätzlich findet jedes Jahr zu Beginn des Jahres eine Winterwanderung statt. Die Details zu den nächsten Aktivitäten der Vereinigung finden Sie in der Rubrik Agenda (siehe links).

Der Vorstand

Ein bisschen Geschichte muss sein

Wer war der heilige Jakobus?

Jakobus wird als Sohn des Fischers Zebedäus und der Salome, einer Verwandten Marias, geboren. Er ist, ebenso wie sein Vater und sein Bruder Johannes ein Fischer am See Genezareth. Dort arbeitet er zusammen mit Andreas und Simon Petrus und zählte zu den erstberufenen Jüngern, die eine besondere Stellung im Kreis der Jünger einnehmen. Jakobus und Johannes werden von Jesus wegen ihres Glaubenseifers auch Donnersöhne genannt. Nach der Auferstehung befindet sich Jakobus mit den anderen Aposteln in Jerusalem. Nach Überlieferungen des Heiligen Hieronimus soll Jakobus in der römischen Provinz Hispania, also in Spania, missionert haben. Bei seiner Rückkehr nach Jerusalem wird er etwa um 44 n.Chr. von Herodes Agrippa I. hingerichtet. Jakobus wird der erste Märtyrer des Christentums

Wie kam der Apostel nach Santiago?

Jakobus der Ältere ist Schutzpatron von Spanien, der Pilger, Arbeiter, Apotheker und Drogisten, der Hutmacher, Wachszieher und Kettenschmiede. Beerdigt wird er zunächst am Berg Sinai an der Stelle des berühmten Katharinenklosters. Als im Jahre 614 Sarazeneneinfälle drohen, wird sein Leichnam an das Ende der damaligen Welt „finis terrae“, in der Nähe des heutigen Kap Finisterre an den nordspanischen Atlantik gebracht. Eine der Legenden berichtet, das Boot mit dem Sarkophag sei führerlos in einer Bucht nahe des Städtchens Padron 20 Kilometer südwestlich vom heutigen Santiago de Compostela gestrandet. Im Jahre 825 entdeckt ein Hirte ein Licht, vielleicht einen Stern über einem Acker, und findet im tiefen Gebüsch das Apostelgrab mit seinen römischen Inschriften. Eine Kirche wird errichtet, aus der nachher eine Kathedrale wird, eine Stadt wird gegründet, deren Namen die Legende unterstützt, Santiago de Compostela, wobei sich Compostela vom Lateinischen „Campus stellae“, Sterne über dem Acker, ableitet.

Die Muschel

Die Muschel ist das Zeichen der Jakobuspilger im besonderen und der Pilger im allgemeinen. Es handelt sich um die so genannte „Pecten maximus“, die als Jakobsmuschel oder „Coquille Saint-Jacques“ verwendet wird und deshalb auch den Namen „Pecten jacobeus“ trägt. Die Flachmuschel, die man an der europäischen Atlantiküste findet, ziert auf den meisten Abbildungen Hut und Mantel der Jakobspilger. Ausgrabungen in vielen Teilen Europas bestätigen dieses Pilgerzeichen. Übrigens hat man mittelalterliche Muscheln auch in Luxemburg gefunden, zum einen in Grevenmacher in einem Grab in der Nähe des ehemaligen Hospitals, zum anderen bei Ausgrabungen einer alten Latrine der Hauptstadt. Diese Muschel ist übrigens in einem Schaukasten im hauptstädtischen Geschichtsmuseum ausgestellt.

Welches sind die historischen Jakobswege?

Das Pilgern nach Santiago geht auf das frühe Mittelalter zurück. Als zu Beginn des achten Jahrhunderts die Nachricht umherging, die sterblichen Überreste des Apostels Jakobus der Ältere seien an der galicischen Küste Spaniens gefunden worden, begann eine Pilgerbewegung, die den Norden Spaniens, aber auch Teile Frankreichs kulturell, wirtschaftlich und gesellschaftlich prägte. Die Spuren der Jakobspilger überspannten das gesamte christliche Europa, und alle Wege mündeten in Ostabat (Südfrankreich) und später nochmals in Puente la Reina (Nordspanien) in jenen Camino, der durch Navarra, Kastilien und Galicien bis nach Santiago de Compostela führte.

Pilger aus Nordeuropa durchquerten im Mittelalter auch das heutige Luxemburg. Einige Funde, wie etwa eine Jakobsmuschel in einer Grabstätte in Grevenmacher, bezeugen dies. Von Aachen und Trier kommend folgten die mittelalterlichen Pilger vermutlich den alten römischen Trassen in Richtung Arlon, Reims und Metz, um so zu den historischen Pilgerwegen Via Podiensis (ausgehend von Le-Puy-en-Velay), Via Turonensis (Orléans), Via Lemovicensis (Vézelay) zu gelangen.
Diese bündelten sich in Spanien ab der Ortschaft Puenta la Reina zum Camino francès, dem französischen Weg, da aus Frankreich kommend, und der durch Navarra, Kastilien und Galicien bis ans Grab des Apostels in Santiago de Compostela führte.

Der Jakobskult griff um sich, und entlang der Pilgerpfade blühten die Ideen und wurden weiter getragen. So sickerten zum Beispiel die Reformen der Mönche von Cluny und die ganze Gotik von Frankreich nach Süden: Pilger gaben ihre Erfahrungen weiter, Baumeister waren auf der Strecke unterwegs. Heute, mehrere Jahrhunderte später, ist der Sankt-Jakobs-Weg mit wertvollen Mosaiksteinen bestückt, die man auflesen muss, um das Geheimnis des Pilgerns zu erfahren, und ohne die das Bild Europas bestimmt farbloser wäre.

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Letzte Änderung am 11.07.2016

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